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Dienstag, 11. August 2009

Ein schöner Anfang für ein Buch oder Memo

Wenn ich bei dem Video auf der Homepage vom ARD von der letzten Tagesschau am Anfang auf Pause drücke, bleibt die Uhr auf 19:59:58.

Donnerstag, 19. März 2009

"Lösungen zu finden ist nicht besonders schwierig. Lösungen gibt es viele, vielleicht gibt es sogar mehr Lösungen als Probleme, das würde einleuchten. Das Dumme ist nur, dass Lösungen nicht helfen. Das Dumme ist, dass Lösungen einen nur immer an das Problem erinnern. Das Dumme ist, dass mit den Lösungen erst das eigentliche Problem beginnt."

aus "Erledigungen vor der Feier" von Tilmann Rammstedt

Freitag, 13. März 2009

"Wenn man etwas nur fast gesagt hat, redet man sich schnell ein, dass man es eigentlich wirklich gesagt hat, dass man es halt verschlüsselt gesagt hat, auf einer anderen, der Situation entsprechenden Ebene, und dass der andere schon gewusst haben wird, was es eigentlich hat heißen sollen. Man redet sich das ein, und vielleicht stimmt es sogar manchmal, doch das war unerheblich. [...]
Eine Lüge, die man oft genug widerholt, wird dadurch nicht wahr, aber eine Lüge ist immer noch mehr als ein Nichts, und es werden Monate voller Gegenwart verrgehen und man wird sich mehr in Sicherheit glauben [und ...]."

aus "Erledigungen vor der Feier" von Tillmann Rammstedt

Mittwoch, 7. Januar 2009

Samthandschuhe


Kennen Sie Felix Krull? Den Hochstapler? Nein, nein, eine Romanfigur. Wie dem auch sei, der Roman hat nichts mit dem zu tun, worauf ich hinaus möchte; denn es geht um das Titelbild, genauer gesagt, um die Samthandschuhe, die dort zu sehen sind. Es handelt sich um eine schwarz-weiß Fotografie in einer Nahaufnahme von zwei männlichen Händen, die zwei Samthandschuhe halten. Die Arme sind hinter dem Rücken der Person verschränkt, genauso wie es ein erstklassiger Oberkellner es zu tun vermag, wenn er nach den Wünschen der Gäste sich erkundigt. Die beiden Händen schauen dementsprechend aus einem weißen Hemdsärmel und die wiederum aus einem schwarzen Anzug. Die Hände tragen schon einige tiefe Falten mit sich, aber scheinen dennoch noch ganz kräftig.
Worauf ich eigentlich hinaus möchte, sind dennnoch die Handschuhe, die Samthandschuhe, die vielleicht zu dem Felix Krull gehört, der seine Karriere als Hochstapler in seinen vollen Zügen genossen hat und zu einen meiner Vorbilder gehört. Sein Leben als Bühne und sich selbst als Hauptrolle in einem komischen Drama der Superlative, sein Können gepaart mit dem Glück des Moments für einen langen erfüllten Moment, dass er seinen Leben nannte.
Ja, Felix Krull hatte jeder Zeit sein Leben voll und ganz im seinem Griff und wusste was zu tun war. Er wusste, wie er mit Menschen zu umgehen hat, um sein Ziel zu erlangen und dabei sich selbst mit Glück zu erfüllen. Ja, Felix Krull war und ist eine Romanfigur, dennnoch ist er irgendwo eine reale Person, ein realer Mensch für mich. Seine schwäche war zu hochstapeln, seine Schwäche war die Triebkraft für das Erlangen seines Glückes. So Leben zu können, erscheint sehr gemütlich, das ist es auch sehr, es ist kein ehrliches Leben; nein, gewiss nicht, deswegen ist es natürlich sich dem zu sträuben. Es fällt schwer sich dagegen zu sträuben, sich gegen seine Schwächen zu stemmen, sie zu überwinden. Ich glaube, Felix Krull behandelte sein Leben mit Samthandschuhen, denn sie baute auf seine Schwäche auf; es war ein feines Konstrukt von künstliche erzeugten Unwahrheiten, er musste mit Gefühl und Vorsicht sein unglaubliches Gebilde behandeln und pflegen; im Roman mag das ganz gut gelingen, doch das wirkliche Leben, wie es in unseren Roman an uns vorbeizieht, darf es nicht mit Samthandschuhen behandeln, man muss sie ablegen, das Leben in die Hand nehmen, die Moment ergreifen. Es ist das Leben, ja, sie kann beschädigt werden, doch mit Samthandschuhen, lassen sich Dingen, Gegebenheiten nicht zu Recht biegen. Also lege die Samthandschuhe endlich nieder!

Sonntag, 16. November 2008

Der Mensch

"Die meisten verarbeiten den größten Teil der Zeit um zu leben, und das bisschen, das ihnen von Freiheit übrig bleibt, ängstigt sie so, dass sie alle Mittel aufsuchen, um's loszuwerden. O Bestimmung des Menschen!"

aus "Die Leiden des jungen Werthers" von Johann Woflgang Goethe

Donnerstag, 17. Januar 2008

"Nur als ich in mein Zimmer trete, bin ich ein wenig nachdenklich, aber ohne daß ich während des Treppensteigens etwas Nachdenkenswertes gefunden hätte. Es hilft mir nicht viel, daß ich das Fenster öffne und daß in einem Garten Musik noch spielt."

aus "Der Nachhauseweg" von Franz Kafka

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Das Veilchen von Johann Wolfgang von Goethe

Ein Veilchen auf der Wiese stand,
Gebückt in sich und unbekannt;
Es war ein herziges Veilchen.
Da kam eine junge Schäferin
Mit leichter Schritt und munterm Sinn
Daher, daher,
Die Wiese her, und sang.

Ach! denkt das Veilchen, wär ich nur
Die schönste Blume der Natur,
Ach, nur ein kleines Weilchen.
Bis mich das Liebchen abgepflückt
Und an dem Busen matt gedrückt!

Ach nur, ach nur
Ein Viertelstündchen lang!

Ach! Aber ach! Das Mädchen kam
Und nicht in acht das Veilchen nahm,
Ertrat das arme Veilchen.
Es sank und starb und freut' sich noch:
Und sterb' ich denn, so sterb' ich doch
Durch sie, durch sie,
Zu ihren Füßen doch.

Montag, 1. Oktober 2007

"Und verlangt, dass auch mal von hinten aufgerufen werden sollte? Sich geärgert, weil G im Alphabet hinter F kommt? Eine Revolution angezettelt, weil in einem Buch Seite 68 nach Seite 67 kam?"
aus "Umibeno Kafka" von Haruki Murakami

Samstag, 30. Juni 2007

Des Menschen möglicher Freund

Schriften sind schön. Sie werfen unglaubliche Fragen auf, sie fordern zum Denken auf, sie reden mit einem. Trotzdem sind sie still, unaufdringlich und tuen einem nicht weh.

Sonntag, 1. April 2007

"... (ich) sehe schlechterdings keinerlei Rechtfertigung dafür, das, was ein anderer für sie für gut hält, über das zu setzten, was sie selber für sich für gut halten."

aus "Der Vorleser" von Bernhard Schlink

... auch nicht wenn sie später damit glücklich sind(?).

"Wenn man weiß, was für den anderen gut ist und daß er die Augen davor verschließt, muß man versuchen, ihm die Augen zu öffnen. Man muß ihm das letzte Wort lassen, [aber man muß mit ihm reden, mit ihm, nicht hinter seinem Rücken mit jemanden anderen.]"

aus "Der Vorleser" von Bernrad Schlink

Samstag, 31. März 2007

Genauer betrachtet

"Ich denke, komme zu einem Ergebnis, halte das Ergebnis in einer Entscheidung fest und erfahre, daß das Handeln eine Sache für sich ist und der Entscheidung folgen kann, aber nicht muß. Oft genug habe ich im Laufe meines Lebens getan, wofür ich mich nicht entschieden hatte, und nicht getan, wofür ich mich entschieden hatte. Es, was immer es sein mag, handelt; es [...] raucht weiter, obwohl ich mich entschlossen habe, das Rauchen aufzugeben, und gibt das Rauchen auf, nachdem ich eingesehen habe, daß Denken und Entscheidung keinen Einfluß auf das Handeln hätten. Aber das Handeln vollzieht nicht einfach, was davor gedacht und entscheiden wurde. Es hat seine eigene Quelle und ist auf ebenso eigenständige Weise mein Handeln, wie mein Denken mein Denken ist und meine Entscheiden mein Entscheiden."

aus "Der Vorleser" von Bernhard Schlink

Wie schön immer wieder bei Bernhard Schlink auf diesen Gedankengang mit unterschiedlichen Deutlichkeiten zu stoßen. (Eine sehr praktische Ausrede, für gemütliche Menschen, die zu faul sind.(?))

Samstag, 24. März 2007

Wieder wiedergefunden

Wenn man nicht nach etwas sucht, findet man auch. So auch in diesem Fall.

"Nicht groß: klein. Auch kein Ganzes eigentlich, aber doch vollendet, wie damals. Doch unendlich im Dunkel verschwimmend, nach allen Seiten. Ein All. Eine Welt. - Licht zittert darin und tiefe Stimmung. Aber auch kein Laut. Nichts dringt hinein von dem lachenden Lärm ringsum."

aus "Vison - Prosa Skizze" von Thomas Mann

Sonntag, 4. März 2007

Amüsantes

" 'Please give me the wurst-thing there!' sagte der Eine. 'That's not wurst, that's schinken!' sagte ein Anderer."

aus "Tonio Kröger" von Thomas Mann

Samstag, 3. März 2007

Wunderbarer Satz

Jetzt bin ich doch an dem Punkt angelangt, wo ich doch ziemlich müde bin. Tja, gerade deswegen fällt es mir vielleicht so leicht eine wirklich schwierige Stelle im Roman "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krulls" von Thomas Mann so zu analysieren oder es die Müdigkeit, die mir den Text als so unglaublich gut erscheinen lässt. Wie auch immer, hier mal der unglaubliche Satz hinsichtlich der Passage im zweiten Kapitel des zweiten Buches:

"Diese dichte Akkumulation von euphemistischen Metaphern, deren ersten drei Teile eine voneinander abhängigen Dreiergruppe bilden, die dann mit dem letzten Glied den endgütligen Höhepunkt erreichen, bezeichnet Felix Krull zu Recht als "ausgesuchte Worte", um sich selbst zu "schmeicheln", denn vollkommener können die Gedanken eines Selbstdarstellers nicht zum Ausdruck gebracht werden."

Man achte dabei auf den letzten Teil nach dem letzten Komma, dort auf die Wortwahl mit Verweis auf den Original Text ("Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" Thomas Mann, Seite 68, Zeile 18f., S. Fischer).

Dienstag, 27. Februar 2007

Schmunzel, schmunzel

Diese Erzählung "Tonio Kröger" von Thomas Mann ist mehr als unglaublich, alleine schon diese Tatsachen ihr so begegnet zu sein. Zwei Kapitel gelesen und sozusagen zwei Volltreffer. Also hier das zweite Passende; ein Gedicht, welches fast nur nebenbei erwähnt wird.

Und süßer strömend quillt der Duft der Nacht
Und träumerischer aus dem Kelch der Pflanzen.
Ich habe immer, immer Dein gedacht;
Ich möchte schlafen, aber Du musst tanzen.

von Theodor Storm

Samstag, 24. Februar 2007

Wieder gefunden

"Was ich genoß: Campari!"

Homo Faber von Max Frisch, S. 107, Surkamp

So was gab es ja auch im diesem Buch. Eigentlich eine schöne Stelle.

Mittwoch, 14. Februar 2007

Amüsantes

Der Protagonist sitzt unverletzt in einen Wagen, der gerade einen Unfall hatte. Er möchte bei dem Fahrer Erste-Hilfe leisten.

"Als er nicht antwortet, zwicke ich ihn in den Arm, und da er nicht reagiert, zwänge ich ihm den Finger in den Mund, um eventuell Erbrochenes aus seinen Atemwegen zu entfernen. Er reißt die Augen auf und spuckt meine Finger aus.
'Was machst Du denn da!', keucht er.
' 'Tschuldigung, ich dachte, Du kannst mich nicht hören.'
'Und wenn jemand nichts hört, fasst Du ihm in den Mund?' "

aus Der Kleine Herr Mister von Tobias Hülswitt

Donnerstag, 1. Februar 2007

So ein Zufall

Ach, so ein Zufall. Ich lese gerade eins meiner neunen Bücher. In der gerade gelesenen Passage ist der Protagonist in ein dämmerigen Zustand und hört dabei eine Morrissey-CD. Tja, und drei mal darf geraten werden, wem müde ist und gerade Morrissey hört, genau, ich.
So ein Zufall